Der Apostolische Stuhl hat Liturgische Anordnungen zur Corona-Krise getroffen. Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung hat am 19. und am 25. März 2020 Dekrete erlassen, die Anordnungen bezüglich der Feier des diesjährigen Osterfestes enthalten.
Das Original Dekret vom 19. März 2020 (Prot. N. 153/20) „In tempo di Covid-19“ finden Sie hier, das Dekret vom 25. März 2020 (Prot. N. 154/20) „In tempo di Covid-19 (II)“ unter diesem Link. Diese Links verweisen beide auf die Seiten der Sakramentenkongregation.

Beide Dekrete finden Sie hier auf dieser Seite in deutscher (blauer Text) und italienischer Sprache (grüner Text).

Deutsche Übersetzung des Dekrets vom 19. März 2020

DEKRET – In der Zeit von Covid-19

Prot. N. 153/20

In der schwierigen Zeit, in der wir aufgrund der Covid-19-Pandemie leben, sind von den Bischöfe für ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche bei dieser Kongregation Anfragen bezüglich der bevorstehenden Osterfesttage eingegangen, die sich auf die Schwierigkeiten beziehen, die Liturgie gemeinschaftlich in einer Kirche zu feiern.

Diesbezüglich sind allgemeine Hinweise und einige spezielle Erwägungen an die Bischöfe angezeigt.

1 – Das Oster-Datum

Als Herz des liturgischen Jahres ist Ostern kein Fest wie jedes andere: Die drei Tage des Österlichen Triduums, welchen die Fastenzeit vorangeht, und die von Pfingsten gekrönt werden, können nicht verlegt werden.  

2 – Chrisammesse

Unter Berücksichtigung des in den verschiedenen Ländern gegebenen konkreten Falls hat der Diözesanbischof das Recht, die Chrisammesse auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

3 – Hinweise für das Österliche Triduum

Wo zivile und kirchliche Autorität Beschränkungen auferlegt haben, ist für das Österliche Triduum Folgendes zu beachten:

Die Bischöfe sollen im Einvernehmen mit der Bischofskonferenz Regelungen treffen, damit der Bischof und die Pfarrer in der Domkirche und in den Pfarrkirchen ohne die direkte Teilnahme der Gläubigen die liturgischen Geheimnisse des Österlichen Triduums feiern können. Sie sollen die Gläubigen über den Beginn der liturgischen Feiern informieren, damit sie sich in ihren Wohnungen mit den liturgischen Feiern im Gebet verbinden können.

Es kann hilfreich sein, die telematischen Kommunikationsmittel für eine direkte, nicht aufgezeichnete Übertragung zu nutzen. Die Bischofskonferenz und die einzelnen Diözesen sollen es nicht versäumen, Hilfen anzubieten, um das Gebet im Kreis der Familie und das persönliche Gebet zu unterstützen.

Gründonnerstag

In den Kathedral- und den Pfarrkirchen können je nach den von den Verantwortlichen festgelegten tatsächlichen Möglichkeiten die Priester der Pfarrei die heilige Messe vom Letzten Abendmahl konzelebrieren. Ausnahmsweise wird allen Priestern die Erlaubnis erteilt, an diesem Tag die heilige Messe an einem geeigneten Ort ohne Volk zu feiern.

Die ohnehin optionale Fußwaschung entfällt. Am Ende der heiligen Messe vom Letzten Abendmahl entfällt die Prozession, und das Allerheiligste wird im Tabernakel aufbewahrt.

Priester, die keine Gelegenheit haben, die heilige Messe zu feiern, beten stattdessen die Vesper (vgl. Stundengebet).

Karfreitag

In den Kathedral- und den Pfarrkirchen feiert je nach den von den Verantwortlichen festgelegten tatsächlichen Möglichkeiten der Bischof / der Pfarrer die Feier vom Leiden und Sterben des Herrn.

Der Diözesanbischof soll dafür sorgen, dass in die Großen Fürbitten eine besondere Bitte für die Kranken, die Toten und diejenigen, die einen Verlust zu beklagen haben, eingefügt wird (vgl. Missale Romanum, S. 314 Nr. 13.).

Ostersonntag, Osternacht

Ostersonntag und Osternacht werden nur in den Kathedral- und den Pfarrkirchen gefeiert, und zwar gemäß nach den von den Verantwortlichen festgelegten tatsächlichen Möglichkeiten. Am Beginn der Vigil- oder Lichtfeier entfällt das Entzünden des Osterfeuers, die Osterkerze soll entzündet werden, anschließend erklingt sofort das Osterlob (Exsultet); die Prozession entfällt. Es folgt der Wortgottesdienst. Bei der Tauffeier wird nur das Taufversprechen erneuert (vgl. Missale Romanum, S. 371, Nr. 55). Schließlich folgt die Eucharistiefeier. Wer nicht an mit der in der Kirche gefeierten Osternacht teilnehmen kann, betet die Lesehore für den Ostersonntag (vgl. Stundengebet).

Für Klöster, Seminare und religiöse Gemeinschaften gelten die Bestimmungen des Diözesanbischofs.

Formen der Volksfrömmigkeit und Prozessionen, welche die Tage der Karwoche und des Österlichen Triduums bereichern, können nach dem Urteil des Diözesanbischofs auf andere geeignete Tage verlegt werden, z.B. auf den 14. oder 15. September.

Mit Mandat des Papstes für das Jahr 2020.

Vom Sitz der Kongregation für den Gottesdienst und die Ordnung der Sakramente am 19. März 2020, dem Fest des heiligen Josef, dem Patron der gesamten Kirche.

Robert Card. Sarah, Präfekt

Arthur Roche, Erzbischof Sekretär

Italienischer Originaltext des Dekrets vom 19. März 2020:

DECRETO – In tempo di Covid-19

Nel difficile tempo che stiamo vivendo a motivo della pandemia di covid-19, considerando il caso di impedimento a celebrare la liturgia comunitariamente in chiesa come da indicazioni dei Vescovi per i territori di loro competenza sono giunte a questa Congregazione istanze concernenti le prossime festivita pasquali. Al riguardo si offrono indicazioni generali ed alcuni suggerimenti ai Vescovi.

1 – Circa la data della Pasqua

Cuore dell anno liturgico, la Pasqua non è una festa come le altre: celebrata nell’arco di tre giorni il Triduo Pasquale preceduta dalla Quaresima e coronata dalla Pentecoste, non può essere trasferita.

2 – La Messa crismale

Valutando il caso concreto nei diversi Paesi, il Vescovo ha facoltà di rimandarla a data posteriore.

3 – lndicazioni per il Triduo Pasquale

Dove l`autorità civile ed ecclesiale ha dato restrizioni, per il Triduo Pasquale ci si attenga a quanto segue.

I Vescovi daranno indicazioni, concordate con la conferenza Episcopale affinché nella chiesa cattedrale e nelle chiese parrocchiali, pur senza la partecipazione fisica dei fedeli, il Vescovo e i parroci celebrino i misteri liturgici del Triduo Pasquale, avvisando i fedeli dell’ora d’inizio in modo che possano unirsi in preghiera nelle proprie abitazioni. ln questo caso sono di aiuto i mezzi di comunicazione telematica in diretta, non registrata.

La Conferenza Episcopale e le singole diocesi non manchino di offrire sussidi per aiutare la preghiera familiar e personale.

Giovedì Santo

Nelle chiese cattedrali e parrocchiali in misura della reale possibilità stabilita da chi di dovere, i sacerdoti della parrocchia possono concelebrare la Messa nella Cena del Signore;·si concede eccezionalmente a tutti i sacerdoti la facoltà di celebrare in questo giorno in luogo adatto, la Messa senza il popolo. La lavanda dei piedi, già facoltativa, si omette. Al termine della Messa nella Cena del Signore si omette la processione e il Santissimo Sacramento si custodisca nel tabemacolo. I sacerdoti che non hanno la possibilità di celebrare la Messa pregheranno invece i Vespri (cf. Liturgia Horarum).

Venerdi Santo

Nelle chiese cattedrali e parrocchiali in misura della reale possibilità stabilita da chi di dovere il Vescovo / il parroco celebra la Passione del Signore. Nella preghiera universale il Vescovo diocesano avrà cura di stabilire una speciale intenzione per i malati, i morti, chi si trova in situazione di smarrimento (cf. Missale Romanum, pag. 314 n. 13).

Domenica di Pasqua. Veglia Pasquale

La si celebra solo nelle chiese cattedrali e parrocchiali, in misura della reale possibilità stabilita da chi di dovere. Per l’ “Inizio della veglia o lucerario” si omette l’accensione del fuoco, si accende il cero e, omessa la processione, si esegue l’ annunzio pasquale (Exsúltet). Segue la ” Liturgia della parola”. Per la “Liturgia battesimale”, soltanto si rinnovano le promesse battesimali (cf. Missale Romanum,pag.371,n.55). Quindi la “Liturgia eucaristica”.

Quanti in nessun modo possono unirsi alla Veglia Pasquale celebrata in chiesa, pregano l’ Ufficio delle Letture indicato per la Domenica di Pasqua (cf. Liturgia Horarum).

Per i monasteri, i seminari, le comunità religiose, decida il Vescovo diocesano.

Le espressioni di pietà popolare e le processioni che arricchiscono i giorni della Settimana Santa e del Triduo Pasquale, a giudizio del Vescovo diocesano potranno essere trasferite in altri giorni convenienti, ad es. il 14 e 15 settembre.

De mandato Summi Pontificis pro hoc tantum anno 2020.

Dalla Sede della Congregazione per il Culto Divino e la Disciplina dei Sacramenti, 19 marzo 2020, solennità di san Giuseppe, Patrona della Chiesa universale.

Robert Card. Sarah, Prefetto

Arthur Roche, Arcivescovo Segretario

Deutsche Übersetzung des Dekrets vom 25. März 2020:

Dekret – In der Zeit von Covid-19 (II)

Prot. Nr. 154/20

In Anbetracht der raschen Entwicklung der Covid-19-Pandemie und unter Berücksichtigung der von den Bischofskonferenzen erhaltenen Beobachtungen bietet diese Kongregation eine Aktualisierung der allgemeinen Hinweise und Vorschlage, die den Bischöfen bereits im vorherigen Dekret vom 19. März 2020 gegeben wurden.

Da das Datum von Ostern nicht verlegt werden kann, sollen in den von der Krankheit betroffenen Ländern, in denen Beschränkungen der Versammlungs- und Bewegungsfreiheit vorgesehen sind, Bischöfe und Priester die Riten der Heiligen Woche ohne die Teilnahme des Volkes und an einem geeigneten Ort feiern, wobei die Konzelebration und der Austausch des Friedensgrußes vermieden werden sollen.

Die Gläubigen sollten über den Zeitpunkt des Beginns der Feierlichkeiten informiert werden, sodass sie sich im Gebet in ihren Wohnungen mit diesen vereinen können. Es kann hilfreich sein, die telematischen Kommunikationsmittel für eine direkte, nicht aufgezeichnete Übertragung zu nutzen. In jedem Fall ist es wichtig, dem Gebet ausreichend Zeit zu widmen und dabei vor allem die Stundenliturgie wertzuschätzen.

Die Bischofskonferenzen und die einzelnen Diözesen sollten es nicht versäumen, Hilfen für das Gebet in der Familie und für das persönliche Gebet anzubieten.

l – Palmsonntag

Das Gedenken an den Einzug des Herrn in Jerusalem wird im Innern des heiligen Gebäudes gefeiert; in den Kathedralen wird die zweite Form genommen, die im Römischen Missale vorgesehen ist, in den Pfarrkirchen und an anderen Orten die dritte.

2 – Chrisammesse

Je nach der konkreten Lage in den verschiedenen Ländern können die Bischofskonferenzen Hinweise für eine mögliche Verlegung auf einen anderen Termin geben.

3 – Gründonnerstag

Die optionale Möglichkeit zur Fußwaschung entfällt. Ebenso entfällt am Ende der Messe vom Letzten Abendmahl die Prozession; das Allerheiligste wird im Tabernakel aufbewahrt. An diesem Tag ist es den Priester ausnahmsweise gestattet, die Messe an einem geeigneten Ort ohne Beteiligung des Volkes zu zelebrieren.

4 – Karfreitag

Für die großen Fürbitten tragen die Bischöfe Sorge dafür, eine besondere Fürbitte für diejenigen vorzubereiten, die Verlust, Krankheit und Tod erfahren mussten (vgl. Missale Romanum). Der Akt der Kreuzverehrung durch einen Kuss soll auf den Zelebranten allein beschränkt werden.

5 – Osternacht

Sie wird ausschließlich in den Kathedralen und Pfarrkirchen gefeiert. Für die Taufliturgie ist nur die Erneuerung der Taufversprechen vorgesehen (vgl. Missale Romanum).

Für die Seminare, Priesterkollegien, Klöster und Ordensgemeinschaften sind die Hinweise des vorliegenden Dekrets zu beachten.

Die Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit und die Prozessionen, die die Tage der Karwoche und des Triduum Paschale bereichern, können nach dem Urteil des Diözesanbischofs auf andere geeignete Tage verlegt werden, zum Beispiel auf den 14. und 15. September.

Dieses Dekret ergeht im päpstlichen Auftrag und hat Gültigkeit allein für das Jahr 2020.

Aus der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 25. März 2020, Hochfest der Verkündigung des Herrn.

Robert Kard. Sarah, Präfekt

Arthur Roche, Erzbischof Sekretär

Italienischer Originaltext des Dekrets vom 25. März 2020:


DECRETO – In tempo di Covid-19 (II)

Prot. N. 154/20

Considerato il rapido evolversi della pandemia da Covid-19 e tenendo conto delle osservazioni pervenute dalle Conferenze Episcopali, questa Congregazione offre un aggiornamento alle indicazioni generali e ai suggerimenti già dati ai Vescovi nel precedente decreto del 19 marzo 2020.

Dal momento che la data della Pasqua non può essere trasferita, nei paesi colpiti dalla malattia, dove sono previste restrizioni circa gli assembramenti ei movimenti delle persone, i Vescovi e i Presbiteri celebrino i riti della Settimana Santa senza concorso di popolo e in luogo adatto, evitando la concelebrazione e omettendo lo scambio della pace.

I fedeli siano avvisati dell’ora d’inizio delle celebrazioni in modo che possano unirsi in preghiera nelle proprie abitazioni. Potranno essere di aiuto i mezzi di comunicazione telematica in diretta, non registrata. In ogni caso rimane importante dedicare un congruo tempo alla preghiera, valorizzando soprattutto la Liturga Horarum.

Le Conferenze Episcopali e le singole diocesi non manchino di offrire sussidi per aiutare la preghiera familiare e personale.

1 – Domenica della Palme

La Commemorazione dell’lngresso del Signore a Gerusalemme si celebri all’interno dell ‘edificio sacro; nelle chiese Cattedrali si adotti la seconda forma prevista dal Messale Romano, nelle chiese Parrocchiali e negli altri luoghi la terza.

2 – Messa crismale

Valutando il caso concreto nei diversi Paesi, le Conferenze Episcopali potranno dare indicazioni circa un eventuale trasferimento ad altra data.

3 – Giovedì Santo

La lavanda dei piedi, già facoltativa, si ometta. Al termine della Messa nella Cena del Signore si ometta anche la processione e il Santissimo Sacramento si custodisca nel tabernacolo. In questo giorno si concede eccezionalmente ai presbiteri la facoltà di celebrare la Messa, senza concorso di popolo, in luogo adatto.

4 – Venerdì Santo

Nella preghiera universale i Vescovi avranno cura di predisporre una speciale intenzione per chi si trova in situazione di smarrimento, i malati, i defunti, (cf. Missle Romanum).
L’atto di adorazione alla Croce mediante il bacio sia limitato al solo celebrante.

5 – Veglia Pasquale

Si celebri esclusivamente nelle chiese Cattedrali e Parrocchiali. Per la liturgia battesimale, si mantenga solo il rinnovo delle promesse battesimali (cf. Missale Romanum).

Peri seminari, i collegi sacerdotali, i monasteri e le comunità religiose ci si attenga alle indicazioni del presente Decreto.

Le espressioni della pietà popolare e le processioni che arricchiscono i giorni della Settimana Santa e del Triduo Pasquale, a giudizio del Vescovo diocesano, potranno essere trasferite in altri giorni convenienti, ad esempio il 14 e 15 settembre.

De mandato Summi Pontificis pro hoc tantum anno 2020.

Dalla Sede della Congregazione per il Culto Divino e la Disciplina dei Sacramenti, 25 marzo 2020, solennità dell’Annunciazione del Signore.

Robert Card. Sarah, Prefetto

Arthur Roche, Arcivescovo Segretario